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  • Isabelle

Wohin mit...

Aktualisiert: Feb 24

Alle Jahre wieder werden wir von den einen Pflanzen enttäuscht, weil sie nicht so wachsen wie geplant, von anderen wiederum überrascht oder gar überschwemmt. Das zeigt mir immer wieder schön auf, wie viele Faktoren beim gärtnern zusammen wirken und dass wir letztlich nicht alles selber in der Hand haben.


Eine Überraschung war dieses Jahr mein Spitzkohl. Ich muss gestehen, dass die letzten Versuche, dieses Gemüse anzubauen, allesamt gescheitert waren. Zu spät gesät, zu spät gepflanzt, zu wenig gepflegt, oder warum auch immer. Dieses Jahr aber - welch Freude - alles richtig gemacht! Einige riesige Exemplare schmücken jetzt meinen spätherbstlichen Garten und versorgen uns in Form von knackigem Salat, Schmorkohl oder wärmender Suppe.


Natürlich möchte ich diese lange ersehnte Kohlschwemme nutzen, um selber Sauerkraut zu machen. Ich liebe Sauerkraut! An einem kalten Wintertag schmeckt so ein geschmortes, deftiges Sauerkkraut mit Knödeln einfach wunderbar. So habe ich mich mal schlau gemacht, Internet sei dank und einfach mal einen Versuch gewagt:


Ein vier-Kilo Spitzkohl muss dran glauben: grosse grüne Blätter und schlechte Stellen entfernt, halbiert, Strunk weg, dünn geschnitten


Kurz abwaschen und mit Salz in eine Schüssel geben. Für die Menge Salz liest man die unterschiedlichsten Angaben. Ich habe es mal mit 20 Gramm pro Kilo versucht.



Dann wird gestampft, mit einem Krautstampfer oder Stössel - ich habe einfach den Holzhammer unseres Nussknackers genommen. Mit der Zeit tritt Saft aus, den braucht es später für die Gärung.


Dann wird das Kraut mit dem Saft in einen Gärtopf gefüllt. Diesen Topf habe ich mir schon lange gewünscht, weil man sich damit auch einen leckeren Rumtopf zaubern kann :-)


Wenn alles Kraut aufgeschichtet und fest zusammengepresst ist, kommen zwei Kohlblätter und die Keramiksteine zur Beschwerung drauf. Das Ganze muss vollständig mit der Salzlake bedeckt sein, ansonsten mit 2%iger Salzlake auffüllen. Nur dann kann die Gärung gelingen.

Der Topf hat oben eine grosse Rinne, die man mit Salzwasser füllt, damit der Deckel luftdicht schliesst. Das Ganze soll dann einige Tage bei Zimmertemperatur stehen, damit die Gärung in Schwung kommt. Danach wandert der Topf bei mir in die Spensa, da ist es kühler. Nach etwa vier bis sechs Wochen kann der Topf in einem kalten Keller gelagert werden - wir werden aber das fertige Kraut dann entnehmen und verkochen.


Soweit der Plan. Ob es geklappt hat, werden wir also zu Weihnachten erfahren! Ich werde euch gerne wieder davon berichten.


Mit krautigen Grüssen

Isabelle





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