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Sommer ist, wenn die Tage zu kurz sind

Genau genommen ist ja noch Frühling. Und genau genommen steuern wir aktuell in grossen Schritten auf den längsten Tag zu. Aber tatsächlich sind aktuell die Tage wirklich immer zu kurz - oder haben einfach zu wenige Stunden. Seit vor zwei Wochen sommerhafte Temperaturen ins Land gezogen sind wird im Dorfgarten ge-ackert, was das Zeug hält. Und das Gemüse wächst gemuesisch!


Endlich kommen auch unsere Sommergemüse auf ihre Kosten und nachts sogar ohne Betthaube aus. Die Tomaten, Auberginen, Zucchetti, Kürbisse und Peperoni haben ihren Platz im Garten bezogen. Gestern habe ich die erste Erdbeere geerntet, die erste ist immer die Beste!

Kurz vor Halbzeit blicke ich zurück auf die Jahresplanung. Wir sind auf Kurs und es hat sich wieder so viel Schönes im Garten entwickelt. Ein weiteres Blumenbeet ist entstanden. Die Kartoffeln liegen in der Erde und entwickeln sich zwischen Lein und (Un)kraut, welches aber so zahlreich spriesst, dass wir nun doch noch eine grössere Menge Heu zum mulchen benötigen. Unser Rhabarber hat noch zwei weitere Freunde bekommen, so dass die Ernte in den nächsten Jahren für alle Gemeinschaftsgärtner etwas hergibt. Das neue Spargelbeet gedeiht prächtig und die filigranen Pflanzen säumen unseren Kartoffelacker. Gleich daneben wachsen Stangenbohnen und Zuckermais. Sogar eine einzige Stachelbeere können wir dieses Jahr vom kleinen, neu gepflanzten Busch ernten! Heidelbeeren wird es mehr als eine geben, vier Stauden warten auf ihre Pflanzung im Moorbeet. Dieses müssen wir aber noch neu aufsetzen. Die Zistrose und die Hundsrose (Hagebutte) blühen ein erstes Mal in voller Pracht. Ein Gurkenspalier wurde aufgestellt, die Gurken ranken bereits und das Beet wurde mit Borretsch als Unterpflanzung eingesät.

Die Gartenkinder haben ihre Sternenbeete besät, bepflanzt und teils schon beerntet. Ein Gartenkind hat den ersten eigenen Salat grad genüsslich auf dem Beet radibutz verspeist. Ein anderes Gartenkind hat das wohl grösste Radiesli geerntet und zum Zvieri serviert.



In meinem eigenen Beet lasse ich die Permakultur noch mehr einziehen. Viele Gemüsepflanzen und Blumen liess ich im Herbst versamen, so dass ich diesen Frühling bereits viel weniger mulchen musste, da die Natur den Boden eigenständig bedeckt hat. Das meiste davon ist essbar und so ernte ich schon seit März regelmässig Salate, Kräuter und Gemüse aus meinem Garten. Die Blumenvielfalt ziert mit ihren essbaren Blüten unsere Salatschüsseln und schenkt mir jedes Mal ein Lächeln, wenn ich im Garten arbeite.


Meinen ursprünglichen Beetplan habe ich über den Haufen geworfen und pflanze konsequent in Mischkultur an, indem ich versuche, die noch leeren Stellen sinnvoll zu füllen und bewusst nur dort Platz schaffe, wo es Platz braucht. So steht eine Zucchinipflanze neben den Erbsen und im Erdbeerspinat, dazwischen wartet der Winterknoblauch darauf, geerntet zu werden. Die Auberginen habe ich zwischen die Buschbohnen und Lupinen gesetzt und hoffe, dass sie dadurch gut versorgt werden. Zwiebeln und Rüebli teilen sich ein Beet. Der Federkohl hat wochenlang wunderschön geblüht und unzählige Bienen angelockt. Darunter wachsen die Spargelerbsen, Beluga-Linsen und Peperoni. Salate dienen überall wo möglich als Untersaat und bedecken den Boden. Dazwischen wächst Dill, Fenchel, Ringel- und Kornblume und Kamille. Wo es noch Platz hat, setze ich Kohlrabi, Fenchel oder Randen. In einem kleinen Halbhochbeet sollten Pastinaken wachsen - bisher kommt da aber nichts. Experimente gehen nicht immer gut - aber wie man so schön sagt: Der Weg ist das Ziel.

Mit diesen Einblicken in unseren Dorfgarten wünsche ich euch allen wunderbare Vorsommertage mit genügend Stunden für alles, was ihr gerne macht!


Herzlich

Isabelle






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