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Gemeinsam statt einsam im Dorfgarten



In einer Zeit, die durch Corona geprägt ist von Massnahmen, Abstand, Regeln, Verboten und damit verbunden mit Unsicherheit, Uneinigkeit, Angst und Misstrauen spüre ich immer wieder, wie wichtig Vertrauen ist. Vertrauen in Menschen, die ihr Bestes geben um zu führen. Vertrauen aber auch in mich und meine Urteilsfähigkeit, wo meine persönlichen Grenzen und meine persönlichen Möglichkeiten liegen. In meine Fähigkeit, zu spüren was mir gut tut und was ich meinem Umfeld geben kann - und was ich brauche.


Es ist ein grosses Geschenk, dass wir in einem Umfeld leben, welches uns so vieles anbietet - unabhängig der aktuellen Situation. Liebe Menschen in der Nachbarschaft, einen grossen Garten mit Raum für Leben und Rückzug, Freunde nah und fern, mit denen die Wellenlänge stimmt und man sich austauschen kann. Nahrung für Körper und Geist. Keine Selbstverständlichkeit! Ich denke an die vielen Menschen, die jeden Tag ihres Lebens kämpfen müssen, um das Überleben. Kämpfen gegen Hunger, gegen Armut, gegen Ungerechtigkeit und Krieg. Mit diesen Gedanken kommen mir unsere Probleme klein vor - sehr klein.


Tragen wir all dem, was wir haben, Sorge und schätzen es jeden Tag von Neuem. So hatte ich in den letzten Wochen einige wunderbare Momente, die auch durch den Gemeinschaftsgarten möglich wurden. Gemeinsam statt einsam!


Vom Feuer und Anderem

An einem wunderbaren Vorfrühlings-Samstag wurde die neue Feuerstelle für den Dorfgarten gebaut. Welch ein Glück, dass unser Nachbar, ein alter Pfadfinder, ein echter Feuerstellen-Junkie ist ;-) So hat er zusammen mit seinen Mädels im Nu aus Material, welches im Garten vorhanden war, eine Trockenmauer-Feuerstelle gebaut. Durch den grossen Feuerring und die separate Grillkammer können auch viele gemeinsam grillieren, da es auf diese Weise immer genügend Kohle-Nachschub aus dem brennenden Feuer für die Grillstation gibt. Auch Würste und parallel dazu Schlangenbrot können so problemlos auch mit einer Schulklasse grilliert werden. Natürlich haben wir die Feuerstelle mit einer kleinen Grilliererei am Abend eingeweiht. Es werden noch viele folgen...


So viel Arbeitseinsatz steckt an. So habe ich mich in dieser Zeit daran gemacht, das Gartenhaus zu räumen, zu putzen und alles neu einzurichten. Da wir von Bioterra für das Projekt Gartenkind zusätzliches Material bekommen haben, war das dringend nötig. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Bioterra! Das Ergebnis kann sich sehen lassen - und macht natürlich gleich noch mehr Lust auf Gartenarbeit!


Ab Ende März werden also zu den bestehenden DorfgärtnerInnen und Dorfgarten-Schulklassen auch noch einige Gartenkinder mitwerkeln. Für diese haben wir ein grosses Beet grob vorbereitet. Die Form werden wir dem Beet dann beim Gartenkind-Start geben, Wege mit Mulch markieren und die ersten Saaten gemeinsam vornehmen. Juhui!


Die Setzlinganzucht für den Gemeinschaftsgarten geht in die zweite Phase. Die Keimlinge von Auberginen und Peperoni sind unterdessen gross genug, um in einen grösseren Topf umzuziehen. Sie gedeihen prächtig - ich hoffe, sie werden ebenso prächtige Ernte ergeben!


Tomaten, Tomatillos und weitere Peperoni- und Chilisorten werden dieses Jahr von einer Schulklasse vorgezogen. Die Kinder, die das ganze Jahr über im Dorfgarten aktiv sind, haben sogar eigene Mini-Gewächshäuser gebaut. Ihre Erfahrungen im Garten halten die Kinder in ihren kreativen Lerntagebüchern fest. Lernen mit allen Sinnen!




Unsere Laufenten finden schon seit Wochen wieder ihr begehrtes Futter im Boden. Sie vertilgen pausenlos was kreucht und fleucht im Garten und bescheren uns als Dankeschön ab sofort wieder je zwei frische Enteneier pro Tag! Enteneier galten früher als Delikatesse. Die Eier sind grösser als Hühnereier und haben ein grösseres Eigelb. Sie geben Kuchen, Knöpfli oder Omeletten eine wunderschöne Farbe. Aus hygienischen Gründen müssen die Enteneier immer ganz durch gekocht werden. Und das beste: Unsere Enten legen grüne Eier - so finden wir bereits jetzt täglich bunte Ostereier im Nest ;-)



Vergangene Woche durfte ich drei Lehrpersonen der Schule Grabs zu einer schulinternen Fortbildung im Dorfgarten begrüssen. Der Austausch zum Thema "Fit für den Schulgarten" war für alle Seiten bereichernd. Gerne berichte ich euch und allen weiteren interessierten Lehrpersonen davon - dazu werde ich in den nächsten Tagen einen neuen Bereich "Gärtnern mit Kindern" auf der Webseite erstellen. Ich freue mich über euer Interesse!


Mit herzlichen Grüssen in den Frühling - der gerade nochmals einen Wintergruss bekommt

Isabelle



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